Berns Punk-Laboratorium

Als die im Vorjahr eröffnete Berner Punk-Boutique Olmo im Frühjahr 1978 an ein zentral gelegenes Gebäude an der Laupenstrasse 3 zog, war das ein Quantensprung. Nun hatte Berns kleine, aber durchaus feine Punkszene einen Treffpunkt. Im gleichen Gebäude befanden sich der gut sortierte Plattenladen Bro Records, die AK Galerie für aktuelle Kunst und das Olmo.

Im Keller wurden schon seit dem Frühjahr 1978 Punkkonzerte und Discos organisiert – ohne Bewilligung, wie sich das für Punk gehörte. Am Nachmittag machte Olmo-Besitzer Francis Foss Pauchard Disco für die „Baby-Punks“, die seinen Laden frequentierten, am Abend wurden die erwachsenen „Artpunks“ angesprochen, denen man zur Sicherheit einen Mitgliederausweis ausstellte, um das Ganze als Vereinsmeeting deklarieren zu können, falls die Polizei erscheinen sollte.

Im Spex spielten national bekannte Avant-Punkbands wie Kleenex, Dieter Meier & Fresh Color, Expo (früher Nasal Boys) oder Hertz. Auch die einheimischen Punkbands waren willkommen, etwa die Girlgroup Chaos oder No Fun aus Büren an der Aare mit den Gebrüdern Netz und Buzz Mäschi, die sich später Sozz und Hungry For What nannten.

Oft waren die Parties mit Vernissagen in der AK-Galerie verbunden, wo der Fotograf Jürg Hafen (aus dessen Nachlass viele der hier gezeigten Fotos und Dokumente stammten) Ausstellungen mit Polaroidfotos aus der Szene organisierte oder sein eigenes Projekt „Artfascists“ inszenierte.

Wie eine Punk-Single dauerte der Spex-Spass nur kurz. Im Oktober 1980 schloss das Spex endgültig, da das Gebäude an der Laupenstrasse verkauft wurde. Doch vor der Schliessung spielten noch die einflussreichen Technopunk-Pioniere Grauzone („Eisbär“) eines ihrer ersten Konzerte. Stephan Eicher, der Bruder des Grauzone-Sängers Martin machte hier Aufnahmen für seine erste Solo-EP „Stephan Eicher spielt Noise Boys“, die heute in Sammlerkreisen gesucht ist. Trotz seines kurzen Lebens sollte man die Bedeutung des Clubs nicht unterschätzen: Das Spex war ein frühes, autonomes Laboratorium der urbanen Berner Popkultur.

Illegal but influential

Spex was an „illegal“ Punk club in the basement of a building in the center of Bern. Located in the same building was the AK art gallery and the influential boutique Olmo. There you could buy Punk-clothes from London and/or selfmade accessoires. Olmo and Spex were frequented by stylish “Artpunks”, who listened to the sophisticated Punk-sounds of Kleenex, Dieter Meier and Fresh Color, Expo (formerly known as Nasal Boys) and later on Grauzone (“Eisbär”).

Rising Swiss Popstar Stephan Eicher recorded his rather legendary first EP “Stephan Eicher sings Noise Boys” here. Though shortlived (1978 to 1980), the importance of the Spex club for the Swiss music scene should not be underestimated: It was a laboratory of urban pop culture in Switzerland’s capital!