THE BEATLES IN SWITZERLAND

In ihrem zweiten Film «Help» tobten sich die Beatles im Schnee aus und versuchten sich als Skifahrer (wenn nicht gerade ein paar Doubles diese Aufgabe für die meist bekifften Stars übernahmen). Wer glaubt, diese Aufnahmen seien in der Schweiz entstanden, liegt falsch. Die Dreharbeiten fanden im März 1965 im österreichischen Salzburgerland, genauer im schneesicheren Obertauern statt. Die Beatles waren vorher noch nie auf Skis gestanden – mit einer prominenten Ausnahme: John Lennon hatte zwei Monate zuvor Ferien in St. Moritz verbracht und sich dort von einem einheimischen Skilehrer erste Tipps geholt. Der Winterferientrip des prominenten Beatle fand in den Schweizer und den internationalen Medien Beachtung – schliesslich war die Welle der Beatlemania erst im Jahr zuvor richtig auf den europäischen Kontinent und die Schweiz übergeschwappt. Dennoch bewegten sich John und seine Frau Cynthia, die in Begleitung von Produzent George Martin und dessen späterer Ehefrau Judy Lockhart-Smith angereist waren, ganz ohne Bodyguards durch die Engadiner Berglandschaft. Lennon posierte bereitwillig für Schappschüsse, verteilte Autogramme und tauchte abends ins hoteleigene «Nachtleben» ein. Die verschneite Landschaft und die anschliessende Geborgenheit in der geheizten Suite des Grand Hotel Palace hinterliessen auch nachhaltigere Spuren: Lennon schrieb in St. Moritz den Song «Norwegian Wood», eines der Highlights des Ende 1965 veröffentlichten Albums «Rubber Soul».

Als Band gaben die Beatles nie ein Konzert in der Schweiz. Nur ein einziges Mal betraten sie kurz Schweizer Boden, am Sonntag, 7. Juni 1964, anlässlich eines Zwischenstopps auf einem BOAC-Flug von London nach Hongkong. Wie populär die Band zu diesem Zeitpunkt war, zeigen Bilder von diesem Sommertag. Hunderte von Fans begrüssten die Beatles von den Zuschauertribünen aus und hofften, einen Blick auf ihre Idole werfen zu können. Die «Swiss Beatles» Les Sauterelles schmetterten den Originalen eine Version des Sechseleuten-Marschs im Shadows-Stil entgegen. Die von einer stressigen Europa Tour gebeutelten Beatles bedankten sich für das Interesse und verliessen für ein paar Minuten das Flugzeug – anders als bei den übrigen Zwischenlandungen in Beirut, Karatschi, Kalkutta und Bangkok. Drummer Ringo Starr war nicht anwesend. Er musste sich in London die Mandeln entfernen lassen und wurde temporär durch den Session Drummer Jimmie Nicol ersetzt.

Erste Zeitungsartikel über die Beatles erschienen gegen Ende 1963. 1964 waren die Beatles dann auch in den Schweizer Medien das grosse Thema. Von Interesse waren vor allem die Pilzkopfhaarschnitt der Liverpooler Musiker, die Masseneuphorie der Beatlemania und der erste Film «A Hard Day’s Night», der im Sommer 1964 auch in den Kinos der grösseren Schweizer Städte lief. Am Radio wurden die Beatles höchstens in homöopathischen Dosierungen gespielt, pro Sprachregion gab es einen einzigen SRG-Radiosender und auf diesen fristete die junge Popmusik ein Mauerblümchen-Dasein. Beat- und Popmusikfans, von denen es auch in der Schweiz immer mehr gab, wichen auf Mittelwellesender wie Radio Luxemburg aus, und Radio Beromünster sorgte ab 1965 mit der wöchentlichen Sendung Salut Les Copains/Sali Mitenand für etwas Linderung. Die Platten der Beatles waren in der Schweiz zum Teil als Club-Editionen, die speziell für den Schweizer Markt herausgegeben wurden, greifbar, diese Pressungen sind heute gesuchte Sammlerstücke. Da waren die Beatles aber schon „nur“ noch die primi inter pares. Die Bands und «Swiss Beatles» schossen überall aus dem Boden wie die Pilze, und wer popkulturell etwas auf sich hielt, outete sich ob dieser vermeintlichen Überdosis bald eher als Beatles-Skeptiker und schwor stattdessen auf die Rolling Stones, Bob Dylan oder auf kurzlebigere Bands der Zeit.

Dennoch blieben die Beatles bis zu ihrer Auflösung im Frühjahr 1970 das popkulturelle Mass aller Dinge. In der 1968 lancierten «offiziellen Radio Hitparade» waren sie nach wie vor gut vertreten, die Schweizer Medien berichteten über ihre Experimente mit der eigenen Firma Apple und bahnbrechende Alben wie «Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band», das Weisse Album oder “Abbey Road”. Die Schweizer Besuche von einzelnen Bandmitgliedern blieben hingegen rar – die Beatles waren nun eher am gemeinsamen Erwerb einer griechischen Inselgruppe oder Meditationsaufenthalten in Indien interessiert, als an Bergen und Skihüttenromantik. Immerhin: Im März 1966 verbrachten Paul McCartney und seine damalige Verlobte Jane Asher zwei – eher schlecht dokumentierte – Skiferienwochen in Klosters. Und im April 1969 reisten John Lennon und Yoko Ono für ein paar Tage nach Montreux, wo sie im Palace Hotel residierten und am Fernsehfestival «Rose d’Or» ihren Experimentalfim «Rape» zeigten.

Nach der Auflösung der Beatles zog es vor allem Paul McCartney wieder auf die Konzertbühne – seine ehemaligen Bandkollegen hatte er nicht zu einem solchen «Back to the Roots» bewegen können. 1972, 1989, 2004 und 2012 machte McCartney auch in der Schweiz Halt. Es gibt eine weitere «Swiss Connection»: Das Cover Foto des «Wings Greatest» Albums von 1978 wurde in Zermatt geschossen.

Pauls Kollege Ringo Starr trat 1992 und 1999 mit verschiedenen Inkarnationen seiner All Starr Band in der Schweiz auf. Trauriger war der Schweiz-Bezug von George Harrison. Er kaufte sich im Juli 2001 während der Bestrahlung eines Hirntumors durch den Tessiner Spezialisten Franco Cavalli ein Anwesen in Montagnola, das früher auch vom Schriftsteller Hermann Hesse bewohnt worden war. Harrison konnte die atemberaubende Aussicht auf See und Alpen aber kaum mehr geniessen. Er starb am 29. November 2001 in Los Angeles an den Folgen seiner Krankheit.

Physisch waren die Beatles also nicht allzu präsent in der Schweiz. Doch ihre Lebensfreude, Kreativität und ihr musikalisches Talent inspirierten auch hier und bis heute unzählige Musikerinnen und Musiker und Fans.

In their second full length film «Help» The Beatles were having fun on skis in the snow (sometimes there were doubles stepping in for the more risky ski scenes). Snow and skis? Those who assume that the location for these scenes must have been Switzerland are wrong. The film was shot in March 1965 in the Austrian alps near Salzburg, in Obertauern to be precise, a small ski resort famous for it’s snow. No Beatle had any experience with skiing – with one notable exception. Two months earlier John Lennon had spent a two week ski holiday in St. Moritz and had been introduced into the art of skiing by a local Swiss ski instructor. The holiday trip of the famous Beatle was covered in the media and caused quite a sensation. Despite this, John and his wife Cynthia, who were accompanied by Beatles producer George Martin and his future wife Judy Lockheart-Smith could move freely and without bodyguards in the Engadine alps. John posed for snap shots, gave autographs and in the evening he tested the local “nightlife” at the hotel. The trip also showed some artistic results. In his cozy and warm suite at the luxurious Palace hotel John wrote «Norwegian Wood», one of the highlights of the «Rubber Soul» album, on which the song appeared at the end of 1965.

The Beatles never played a concert in Switzerland. As a collective they only touched Swiss ground on one single occasion, on June 7th 1964 at the Zurich airport, where their BOAC plane made a fuel stop on it’s way to Hongkong. By then, The Beatles were on top of their popularity, so hundreds of Swiss fans showed up to welcome their idols. It was the only stop on this rather legendary flight to Hongkong, where the Beatles disembarked and greeted the crowd, even applauding to a local band named Les Sauterelles (a.k.a. the Swiss Beatles) that welcomed them with a Shadows’ style instrumental. Ringo wasn’t present, as he had his tonsils removed. His temporary stand in was session drummer Jimmie Nicol.

The first Beatles stories were published by Swiss magazines and newspapers at the end of 1963, concentrating on their haircuts and the craziness of Beatlemania. Swiss Radio however played only very small doses of Beatles music, pop music was hardly present in the Swiss radio programmes of the time (there were no private Swiss radio stations until 1983). In the few specialized radio programmes in the second half of the Sixties the Beatles were not more present than other bands – in fact, for some aficionados they were already “too popular”, so if you wanted to be hip, you went for Dylan, The Stones or lesser known groups. In the Swiss Radio charts, officially initiated in 1968, The Beatles defended their role as “leaders of the pack” and regulary placed their songs on top of the charts. Their later classic albums were also very popular in Switzerland. Some of the Beatles records were made in special limited Swiss record club editions exclusively for the Swiss market, these “Swiss” pressing are collectors items nowadays.

There were only two further visits from Beatles members during the Sixties. In March 1966 Paul McCartney and his fiancée Jane Asher spent a ski holiday in Klosters, that is not well documented. And in April 1969 John and Yoko Ono were in Montreux, to present and discuss their film «Rape» at the Golden Rose festival.

Paul McCartney went back to the concert stage soon after The Beatles had officially split in April 1970. He visited Switzerland on his concert tours in the years 1972, 1989, 2004 and 2012. There is another Swiss connection: The cover photo for the «Wings Greatest» album (released 1978) were shot in Zermatt, Switzerland.

Paul’s former rhythm sparring partner Ringo Starr brought his All Starr Band twice to Switzerland, in 1992 and 1999. George Harrison’s Swiss connection was less positive. While receiving treatment of a brain tumour in a clinic in the southern part of Switzerland, he bought a beautiful villa in Montagnola in July 2001. He could not enjoy the marvellous sight of the Lake Lugano and the mountains, though. On November 29th 2001 George died in Los Angeles.

Though they were rarely physically present in Switzerland, The Beatles influenced several generations of Swiss musicians and music lovers. There are no signs, that this fascination is fading.